MAI 2019 

BERICHT CSI-MITARBEITER ÜBER SEINEN TRIP MIT DEM GTR-TEAM NACH FINALE LIGURE

Die Fragen die sich jeder Unerfahrene stellt werden direkt vorweggenommen und beantwortet: 24Stunden biken? Geht das? Macht das überhaupt Spaß? OH JA!

 

Im Flyer von German Technology Racing (GTR), der im April bei csi eingetroffen und verteilt worden ist, werden grobe Eckdaten für eine Veranstaltung vom 31.05.-02.06.2019 vermittelt. Die Konturlinien eines Bildes für ein erlebnisreiches, einzigartiges und unvergessliches Wochenende „für jedermann“ werden gezeichnet. Es fehlen lediglich die Farben, die jeder selbst mitzubringen hat. Na, wenn das so ist: Chance erkannt und als einziger von der csi-Gruppe genutzt! Die anderen hatten wohl schon etwas vor.

 

Schon bei der Anreise mit dem Firmenpoolfahrzeug kann Punkt eins der Vorabinfos abgehakt werden: Traumhafte Landschaft! Grobes, kantiges Gestein, frisches grünes Gewächs mit gelben Akzenten und soweit das Auge reicht das beruhigende, schimmernde, blaue Meer. Wie im Urlaub.

Die Location umfasst zunächst nur einen schlichten Campingplatz mitten in der Pampa. Dann erwacht das Event durch tausende anreisende Fahrradverrückte zum Leben, welche Fahrerlager und Camps bilden. Es gibt diverse Waren-, Essens- und Infostände und eine Bühne für die Unterhaltung. Direkt daneben wird eine definierte Strecke abgesperrt um die Fahrer auf Kurs zu halten. Bei verschiedenen Rennkategorien heißt es von Samstag auf Sonntag für 24h „So viele Runden, wie möglich!“, sei es im 2er-, 4er-, 8er-, 12er-Team oder sogar als Solo-Racer. Dabei beträgt die Länge einer Runde des groben Geländes 11,7km und es geht bei aufregenden Kurven immer wieder hoch und runter, insgesamt 550m. Der Kurs ist abwechslungsreich, denn es gibt sowohl wurzlige Waldpassagen, als auch einen steinigen Meerblick-Panoramaweg und angelegte Steilwände beim Bergab. Wow, das macht Spaß!

 

Es ist Freitag, der 31.05.219, Tag 1/3 Nun, wo sind alle und was passiert heute?


Bei der Ankunft morgens um 07:00 mit orientierungslosem Blick galt es zunächst die Teamkollegen zu finden. Richtig ausgestattet wie Profis mit kleinen Bussen, Wohnmobilen und Transportern sind sie auf dem Zeltplatz zu finden. Eine respektvolle, freundliche Begrüßung von jedem einzelnen ist der Lohn für eine lange Nachtfahrt. So finden schließlich beim Zeltaufbau die ersten Wortwechsel statt und das Organisatorische wird langsam transparent. Die erste Möglichkeit zur Ruhe zu kommen ist da und ich gehe in die Waagrechte über, um Energie für die Proberunde auf dem Rundkurs zu tanken.

Gegen 14:00, nach ca. 3h Ruhe, geht es ab aufs Bike! Nicht das eigene 26“ sondern ein privates 29“ vom Kollegen Michl Weber, welches er gerne für mich mitgebracht hat. Noch einmal danke dafür! Die drei Zoll Größenunterschied machen beim Rollen über Hindernisse bereits einen gewaltigen Unterschied. Diese erscheinen in Relation eben kleiner und auch das Bergauf geht mit weniger Kraftaufwand. Nach der Übungsfahrt ist der Eindruck Freude und Respekt. Es geht hier und da einen halben Raddurchmesser nach unten und dann gleich um die Kurve. Beim Bergauf liegen Steine oft äußerst ungeschickt und der Boden überträgt die Kraft nicht immer zuverlässig. Wer all das leicht aussehen lässt ist Könner. Ohne vorher Erfahrung mit technisch anspruchsvollen Trails gemacht zu haben ist das Adrenalin im Blut so hoch konzentriert wie schon lange nicht mehr. Alles verläuft also nach Plan. Aber als geübter Motorradfahrer ist die Umgewöhnung nicht allzu schwer und die Angst vor dem Hinfallen quasi nicht vorhanden. Um mit den anderen mitzuhalten reicht es leider noch nicht. Oft bin ich ungewollt zum Stillstand gekommen, hin und wieder in fester Klickverbindung mit den Pedalen. Also heißt es in Zukunft: Üben, üben, üben.

 

Am Samstag um 14:00 steht das große Rennen vor der Tür.

 

Doch zuerst gibt es gesellig Frühstück im Camp mit leckerem Kaffee, Saft und Kraftfutter. Im Anschluss werden alle Vorbereitungen im Fahrerlager bestmöglich getroffen. Es gibt einen Fahrerplan mit Rundenzeitmessung für die zwei 8er-Teams, die Damen kümmern sich um das Essen in großen Mengen und wir Fahrer machen zusammen mit dem Mechaniker Wolfgang die Fahrräder fit. Um die Fahrer in den 24h nicht allein zu lassen bekommen wir eine Betreuungsperson, z.B. als Weckservice. An dieser Stelle gilt mein Dank Anke, die dafür auf den eigenen Schlaf verzichtet hat.

Die Atmosphäre im Fahrerlager ist großartig und angenehm familiär. Alle freuen sich auf ihre erste Runde und wir stärken uns so gut es geht. Bei der Gelegenheit werde ich auch optisch eingegliedert und bekomme mein eigenes GTR-Trikot. Zwischendurch geht auch das Kennenlernen weiter und ich werde fleißig zu Job und Freizeit ausgefragt.

   

Die Transponderübergabe bei Start-Ziel wird zeitlich mithilfe von Walky-Talky optimiert. So kann der nächste Fahrer entspannt bleiben, solange der Vorgänger noch unterwegs ist. Beim Rennen selbst läuft innerhalb von 24h natürlich nicht alles glatt. Deshalb wird jede abgeschlossene Runde so stark es geht von den Anwesenden im Fahrerlager bejubelt. Es gibt unter anderem z.B. Plattfuß und in meinem Fall auch eine gerissene Kette. Ups! Bei so einem Missgeschick wird der Frust vom Team gewürdigt und dann direkt im Anschluss mit dem Satz „Gut, so etwas passiert! Nicht schlimm! verarbeitet. Eine großartige Mentalität und es wird sofort ans Weitermachen gedacht. So stelle ich mir das vor!

 

Ganz besonders bleibt die Nachtfahrt mit Helmlampe und Standard-Fahrradbeleuchtung in Erinnerung. Die Passage am Meer entlang bringt eine ganz eigene Stimmung mit sich. Dieses verschwindet in der pechschwarzen Nacht, dennoch ist die Aura zu spüren und die Luft scheint leichter zu sein. Ein Moment der Ruhe der mit nichts zu vergleichen ist.

 

Am nächsten Morgen, nach wenigen Stunden Schlaf: Wieder Aufstehen und zurück in die verschwitzte Kleidung. In dieser ganz besonderen Situation ist das schon in Ordnung. Es trocknet ja dann ein wenig beim Fahren.

 

 

Ein tolles Event ist nun vorüber, und die Fahrer aus Team 1 haben sich mit ihrer Anstrengung den ersten Platz redlich verdient. Ganz große Klasse! Wir aus Team 2 „GTR Allstars“ haben Platz 16 / 71 erkämpft. Immerhin!


Der Tag geht entspannt zuende. Erst die Siegerehrung, dann wird das Fahrerlager abgebaut und alle helfen mit. Am Abend lassen wir beim gemeinsamen Gang zur Pizzeria alles ausklingen.

 

Vor der Rückreise am nächsten Morgen verabschiede ich mich und hoffe, dass ich meine Dankbarkeit richtig zum Ausdruck bringen konnte.

 

Das ganze Wochenende war wirklich faszinierend. 

IMPRESSIONEN TEAM-EVENT FINALE LIGURE 2019


IMPRESSIONEN MAI 2019